Steiniger Weg zu THG-Neutralität in der Ev. Kirchengemeinde Brilon
Anfang der 2020er Jahre musste die stark überalterte Gasheizung ersetzt werden, die sowohl die Kirche als auch das intensiv genutzte Gemeindehaus mit Wärme versorgte. Nach einer Grundsanierung aufgrund von Baumängeln sowie der Neugestaltung der Kirche zur Mitnutzung als Kulturkirche waren die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde stark eingeschränkt. Gleichzeitig gewannen die Klimaschutzziele der EKD und der EKvW sowie der Zusammenschluss der drei Kirchengemeinden der Region 8 im Kirchenkreis Soest-Arnsberg zunehmend an Bedeutung.
Ziel des Vorhabens war ein grundlegender Systemwechsel: weg von fossilen Energieträgern hin zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung für Kirche und Gemeindehaus. Unterstützend wirkte dabei die fachliche Expertise von Ulrich Prolingheuer, Klimaschutzbeauftragter der Kirchengemeinde Brilon und Mitglied des Klimaausschusses des Kirchenkreises. Dadurch entwickelte sich im Presbyterium ein wachsendes Verständnis für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Wärmewende.
Eine entscheidende Rolle spielten Ende 2023 und Anfang 2024 die Sitzungen der Klimaschutzgruppe der Region 8. Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer und Klimaschutzmanager Markus Kaulbars setzten sich dort engagiert für eine regionale Verteilung der vierprozentigen Klimaschutzpauschale ein. Durch die solidarische Unterstützung der Pfarrer Markus Pape und Burghard Krieger sowie entsprechende Beschlüsse des Presbyteriums konnte die Kirchengemeinde Brilon als erste Gemeinde der Region die Umstellung auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung mithilfe der Klimaschutzpauschale finanzieren.
Installiert wurden vier Wärmepumpen mit jeweils 13 kW Leistung, ergänzt durch einen Pelletkessel zur Abdeckung von Spitzenlasten in der Kirche. Damit ist die langfristige Nutzung des Gemeindehauses durch Gruppen wie Literaturkreis, Doppelkopf, Bücherei, Kirchenchor, Kreativ-Café und Kidszone gesichert. Auch Kulturveranstaltungen in der Kirche, beispielsweise im Rahmen des „Klangkosmos Weltmusik“ sowie weitere Konzerte, können dauerhaft fortgeführt werden.
Das Projekt wird kontinuierlich weiterentwickelt. Zur Deckung des zusätzlichen Strombedarfs wurde inzwischen eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher beauftragt und eine Spendenaktion gestartet. Das Vorhaben ist preiswürdig, weil es Klimaschutz, kirchliche Verantwortung, regionale Solidarität und konkrete Zukunftssicherung miteinander verbindet. Es verdeutlicht, dass nachhaltige Entwicklung auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann.
